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Recap: Content Marketing Masters 2016 in Berlin – Das nehmen wir mit

Am 2. Juni 2016 fand wieder die Konferenz für alle Content Marketeers in Berlin statt: die Content Marketing Masters. Wir waren vor Ort und geben Ihnen eine kurze Zusammenfassung, über die 5 wichtigsten Learnings, die wir mitgenommen haben.

Im Haus des Tagesspiegels in Berlin versammelten sich am letzten Donnerstag ab 8 Uhr morgens viele Content Marketing Begeisterte, um sich über Strategien und Expertenwissen auszutauschen. In zwei parallel laufenden Vortragsschienen – einer in Deutsch und einer in Englisch – gab es über 15 Vorträge und im Nachhinein die Möglichkeit Fragen zu stellen. Welche Vorträge uns begeistert haben und was wir mitgenommen haben, erfahren Sie in unserem Recap.

1.    Data-driven Content Marketing: „Research ist das neue Bauchgefühl“

Christian Lea und Ingo Kahnt von Newcast gingen in ihrem Talk darauf ein, was ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg mit Content Marketing ist:

Empathie reicht nicht mehr, denn „Research das neue Bauchgefühl“!

Die Basis für erfolgreiches Content Marketing sind Daten. Diese gepaart mit kreative Ideen sind das Fundament einer erfolgreichen Content Marketing Kampagne. Bei der Agentur Newcast ist ein umfangreicher Prozess des Content Audits, der Brand Research und der Analyse der Suchkategorien vorweg essenziell für jede Content Marketing Kampagne. Kahnt und Lea betonen, dass genügend Ressourcen für die Datengewinnung und Recherche – sprich Budget – im Vorfeld eingeplant werden sollten.

Content Marketing Masters 2016
 
 

2.    Texte leserlich in Stückchen aufteilen: Bucket Brigades & Content Chunks

Brian Dean von Backlinko gab in seinem Vortrag „How to create compelling content that ranks (even in boring niches)” („Wie Sie unwiderstehlichen Content erstellen, der rankt (sogar in langweiligen Nischen)“) ein paar SEO-Tipps, die vielleicht noch nicht jeder nutzt:
Die Einarbeitung von „Bucket Brigades“ in Texte, meint das Nutzen von Phrasen, die die Aufmerksamkeit noch mehr auf sich ziehen. Solche Phrasen können die Ankündigung einer Zusammenfassung sein („The lesson?“ – „Was lernen wir daraus?“) oder auch die deutliche Hervorhebung von Vorteilen („That’s not all…“ – „Und das ist noch nicht alles“). Diese Wortgruppen werden auf Landing Pages als eine Art Zwischenüberschrift oder Zwischensatz untergebracht. Zum Beispiel:

Bucket Brigades in Texten
Screenshot: © Backlinko

Ein Artikel, der gut lesbar ist, bekommt bessere Nutzersignale und das belohnt auch Google. Die Gliederung von Texten ist ein wichtiger Faktor für die Lesbarkeit und demzufolge für das Ranking von Artikeln. Brian Dean spricht in dem Zusammenhang von „Content Chunks“: Dem Leser sollen viele Stückchen angeboten werden und der Inhalt durch Zwischenüberschriften unterteilt und leserlicher werden.

Content Marketing Masters 2016
 
 

Themenverwandtschaft: LSI-Keywords finden

Darüber hinaus gibt Brian Dean den Rat, neben den Hauptkeywords auch auf LSI (Latent Semantic Indexed) Keywords zurückzugreifen. Das sind Keywords, die themenverwandt sind. Beim Finden von LSI-Keywords hilft die Anzeige der „Verwandten Suchanfragen“ bei Google weiter: Diese finden Sie ganz unten auf der Suchseite unter den Suchergebnissen:

Google Suche LSI KEywords
Screenshot: © Google Suche

 
 

3.    Interaktiver Content: Emotionalisierung und Erlebnisorientierung im E-Commerce

In seinem Vortrag stellte uns René Kühn von Contilla einige unterhaltsame Arten des interaktiven Contents vor und wir spielten das durchaus erheiternde „Content Marketing Tabu“. Damit zeigte er auf, wie wichtig Interaktivität ist. Quizze oder Umfragen wie „Welcher … Typ bist du?“ können seiner Erfahrung nach viel Engagement erzeugen und nützliche Userinformationen liefern. So kann man Angaben zu Alter, Geschlecht und Interessen generieren und für spätere Marketingaktionen gezielt nutzen. Außerdem sind Quizze eine unterhaltsame Art auch scheinbar „langweilige“ Produkte interessanter darzustellen.
Der Meinung von René Kühn folgend sollte sich jeder Content Writer überlegen: Wie kann ich meinen Content emotional und erlebnisorientiert darstellen? Ergebnis können im E-Commerce interaktive Landing Pages mit Beratungs- und gleichzeitig Unterhaltungsfunkton sein oder ein „Online-Rundgang“. Der Shopbetreiber profitiert von hohen CTRs, langen Verweildauern der Nutzer und einer höheren Anzahl von Leads.

Content Marketing Masters 2016
 
 

4.    Hausaufgaben machen: Die Content Marketing Roadmap

Wie in allen anderen Disziplinen des Marketings ist auch beim Content Marketing ein zielgerichtetes Vorgehen notwendig. Es klingt wie eine Binsenweisheit, aber zu oft wird beim Content Marketing „einfach mal etwas gepostet“. Wie auch Kahnt und Lea von Newcast betont Bert van Loon  das zielgerichtete Vorgehen beim Planen einer Kampagne und gibt allen Content Marketing Experten eine Roadmap an die Hand: ein Werkzeug, das bei jeder Content Marketing Kampagne wieder angewendet werden kann und soll.

Content Marketing Roadmap:

  1. Goals: Ziele definieren
  2. Analysis: Eine Analyse des IST-Zustandes, des Marktes und der internen Ressourcen
  3. Strategy: Eine Strategie festlegen. Sich für etwas entscheiden, was gleichzeitig auch bedeutet sich gegen etwas entscheiden, das nicht umgesetzt wird.
  4. Concept: Ein Konzept kreieren. Hierbei werden mit Hilfe der Kreativabteilung Maßnahmen geplant.
  5. Implementation: Die Maßnahmen werden umgesetzt.
  6. Monitoring: Alle Aktivitäten werden kontinuierlich überwacht.

Content Marketing Masters 2016
 
 

5. Datenanalyse: Neue Zielgruppen erkennen

Im Vortrag von Russell Smith von BBC News  ging es vor allem darum, wie sich neue Zielgruppen finden und aktivieren lassen. Auch hier helfen wieder Daten weiter. Smith erläuterte, dass BBC News auf ihrer Website mehr männliche als weibliche Leser hat. Allerdings stellte BBC News fest, dass weibliche Nutzer auf Facebook viel aktiver sind. Sie interagieren mehr. Aufgrund dieser Datenlage entschloss sich BBC News dazu, verstärkt frauenspezifische Inhalte über Facebook zu verteilen. Damit erreichten Sie auf diesen Posts 175% mehr Engagement als auf anderen. Es lohnt sich also in die Statistiken der verschiedenen Kanäle zu blicken, um dort vielleicht die ein oder andere Überraschung zu erleben und neue Zielgruppen zu erkennen.

Content Marketing Masters 2016

 
 

7. Juni 2016

Über den Autor

Eva-Maria Karich ist Content- und Social-Media-Expertin bei VOTUM. Seit 2015 schreibt sie im Fokus E-Commerce regelmäßig über aktuelle Themen aus der Branche.
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  • Eva-Maria
  • Content Marketing & Social Media Managerin
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