4 Monate als Digitaler Nomade in Taiwan

Vier Monate Digitaler Nomade in Taiwan

Handy-Hotspots, Grüntee in jeder Lebenslage und Marketing in Fernost

Von März bis Juni 2017 hatte ich die Chance für knapp vier Monate Taiwan zu besuchen und von dort aus das hippe Leben eines Digitalen Nomaden zu führen. Wie klappt das Leben und Arbeiten im Land von Acer und Asus? Was ihr beachten müsst, um euch schnell in Taiwan einzurichten und natürlich ein paar persönliche Erfahrungen, erfahrt ihr hier.

Übersicht

  1. Taiwan – kurz und knapp
  2. Remote arbeiten in Taiwan
  3. Die Marketing-Szene in Taiwan
  4. Taiwan: Sprache, Kultur, Essen
  5. Bilanz: Abenteuer oder Albtraum

Taiwan – kurz und knapp

Gedenkhalle der Demokratie in Taipei, Taiwan
Eingang zur Chiang Kai-Shek Gedenkhalle in Taipei

(Hier folgen grundlegende Infos über Taiwan. Brauchst du nicht? Dann lies direkt hier weiter)

Taiwan, offizieller Name „Republik China“ (nicht verwechseln mit dem großen Nachbarn „Volksrepublik China“), ist eine ostasiatische Demokratie mit ca. 24 Mio. Einwohnern. Die Größe des Inselstaats entspricht etwa der von Baden-Württemberg.

Bekannt ist Taiwan besonders für seine Produkte im Elektro-, Smartphone- und Computerbereich (Acer, Asus, HTC). Die meisten großen Computer-Unternehmen (z.B. Apple, Dell, HP, Sony) lassen ihre Produkte in Taiwan oder über taiwanische Zulieferer herstellen. Das Land verfügt zusätzlich über eine ausgezeichnete Infrastruktur und eine herausragende Dienstleistungsmentalität. Taiwans Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gleicht dem der EU.

Das maßgebliche politische Thema ist das Verhältnis zu China, mit dem Taiwan geschichtlich eng verbunden, aber seit dem 2. Weltkrieg in einem dauerhaften (heute zumeist kalten) Konflikt steht. Dies ist ein Grund, warum nur 19 Länder Taiwan als souveränen Staat anerkennen, während es für die meisten anderen offiziell eine Provinz Chinas ist (es hält sie nicht davon ab, starke wirtschaftliche und inoffizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan zu pflegen). Das Land und besonders die junge Generation der Taiwaner strebt nach weltweit anerkannter Unabhängigkeit von China, besonders seit der Wahl von Präsidentin Tsai Ing-wen im Jahr 2016.

Remote arbeiten in Taiwan

Wie komme ich ins Internet?

Remote arbeiten im Park

Die wichtigste Frage zuerst: Wie sieht es mit Internet und WLAN in Taiwan aus? Für einen digitalen Nomaden ist das gleichbedeutend mit der Frage: „Kann ich in Taiwan überhaupt arbeiten?“

Öffentliches WLAN

Ja, kannst du. Sehr gut sogar! Während Deutschland dank (endlich gekippter) Störerhaftung immer noch ein Entwicklungsland in Sachen öffentliches WLAN ist, bieten in Taiwan viele öffentliche Einrichtungen, inklusive der Metro in der Hauptstadt Taipei, öffentliche WLAN-Hotspots an. Das geht so weit, dass es in allen Stationen der Metro sogar extra Stehtische mit Steckdosen gibt. Also falls man einmal vergessen hat, den Handy-Akku aufzuladen oder man ungewöhnliche Orte zum Arbeiten sucht, kein Problem).

WLAN in Geschäften

Auch in Geschäften ist WLAN nur selten ein Problem. So gibt es in Taiwan kaum ein Café oder Restaurant, das seinen Kunden nicht das eigene WLAN zur Verfügung stellt (mit Passwort, was aber eher der Kundenbindung als dem Einhalten rechtlicher Vorgaben dient). Sogar manche Kaufhäuser bieten ihren Kunden Zugriff auf das hauseigene WLAN. Ja, WLAN ist ein (gar nicht so uniquer) USP des stationären Handels in Taiwan.

Das eigene WLAN

Aber eigentlich braucht man das öffentliche oder private WLAN gar nicht (oder nur im totalen Notfall). Dafür sorgen erschwingliche Handy-Tarife mit unlimited Internet bei 4G-Geschwindigkeit. 4G! Man aktiviert im Handy die Hotspot-Funktion, verbindet sich mit seinem Laptop und schon kann man ruckelfrei auf Netflix seine Lieblingsserie schauen.

Das Beste an diesen Handy-Tarifen ist natürlich, dass man damit völlig ortsungebunden ist. Ob in der Bibliothek, im Coffee Shop, am Strand oder irgendwo im Wald. Gearbeitet werden kann überall, solange es Handyempfang gibt (den gibt es in Taiwan nahezu überall).

Das Ganze für etwa 20€ im Monat. Davon kann sich Internet-Entwicklungsland Deutschland noch locker drei Scheiben abschneiden.

Wo kann ich arbeiten?

Nachdem das Wie geklärt ist, folgt die Frage nach dem Wo. Wo kann man in Taiwan gut arbeiten?

Coworking Spaces

Coworking Spaces kommen einem natürlich als erstes in den Kopf. Daran herrscht in allen größeren Städten in Taiwan kein Mangel. Dabei reicht die Spannweite vom grauen Großraumbüro mit grauen Arbeits-Cubes bis zu hippen Angeboten, bei denen man nicht mehr weiß, ob es noch ein Coworking Space ist oder schon ein Kreuzberger Café versetzt nach Taiwan.

Natürlich machen sich Ausstattung und Flair in den Preisen bemerkbar: der graue Plastik-Cubus ist billiger als die selbstgezimmerten Holzmöbel mit Designer-Beleuchtung. In der Vermietung sind taiwanische Coworking Spaces sehr flexibel: von stündlicher über tägliche bis zu langfristiger Miete ist fast alles möglich. Für einen einmonatigen Arbeitsplatz muss man dabei mit 150 bis 200 € rechnen (schwarzer Kaffee und Heißwasser für Tee inbegriffen, Espresso, Softdrinks o.Ä. gehen extra).

Die Professionen der Menschen, die ihr dort trefft, unterscheiden sich nicht groß von denen in einem Berliner Coworking Space: lokale und internationale Entrepreneure, Programmierer, Designer und ein paar andere digitale Nomaden.

Cafés & Coffeeshops

Wenn ihr kein Fan von Coworking Spaces seid (oder nicht lange genug vor Ort, damit es Sinn macht), dann hält Taiwan für euch eine große Auswahl an Cafés bereit.

Nuki coffee shop in Taipei
Looks like Kreuzberg: Junge Coffee Shops in Taipei @NUKI Coffee

Als erste Anlaufstelle findet sich in nahezu jeder taiwanischen Stadt ein Starbucks. Alternativ halten selbst die 7Elevens, OK Marts u.a. Mini-Supermärkte in Taiwan kleine Kaffee-Ecken mit Tischen und Stühlen (und WLAN) bereit.

Ich würde euch aber empfehlen, euch lieber auf Entdeckungsreise durch die junge taiwanische Café-Szene zu begeben. Denn seit einigen Jahren wachsen in allen größeren Städten viele junge, alternative Cafés mit bestem Kaffee und kleinen Gerichten heran (probiert unbedingt Matcha Latte und Matcha-Kuchen. In Taiwan geht Grüntee zu und mit wirklich allem).

Schief angeschaut wird man mit seinem Laptop weder im Starbucks, noch im 7Eleven oder in den lokalen Cafés. Tatsächlich wäre es eher ungewöhnlich, ein Café in Taiwan zu betreten und niemand mit aufgeklapptem Laptop zu sehen, der arbeitet oder für Schule oder Uni lernt. Dementsprechend sind alle Cafés darauf eingestellt, bieten Steckdosen (hier und da sogar mit internationalem Stecker-Layout) und häufig auch Einzelplätze an Fenstern o.Ä.

Preislich tun sich Starbucks und die lokale Konkurrenz nicht sehr viel. Kaffee ist ein teures Gut in Taiwan, sodass Preise zwischen 3 € (Kaffee Schwarz) und 5 € (Matcha Latte mit Sahne) normal sind. In einigen, ganz exquisiten Cafés kann man auch Club Mate und MioMioMate bekommen, allerdings dann für 6€ die Flasche.

Manche Cafés erheben einen Mindestumsatz, was bedeutet, dass man etwa alle zwei Stunden eine Bestellung im Wert von 3 € aufgeben muss.

Kaffee und Kuchen in Taiwan
Pausensnack am Coffee Shop-Arbeitsplatz

Öffentliche Bibliotheken

Eine dritte Möglichkeit ist es, die öffentlichen Bibliotheken zu nutzen, die es in Taiwan in jedem Stadtviertel gibt. Wer bei öffentlichen Bibliotheken an menschenleere Gänge mit alten Schmökern denkt, der wird sich in Taiwan wundern. Hier herrscht das (fleißige) Leben.

So findet man dort in den Bibliotheken ganztägig Schüler und Studenten, die für ihre (täglichen) Tests lernen. Dazu auch viele Senioren, die ihren Ruhestand nutzen, um sich fortzubilden. Dazwischen sitzen lokale Selbstständige und ab und zu ein digitaler Nomade.

Daher sollte man besonders in Prüfungszeiten lieber etwas früher aufstehen und in die Bibliotheken kommen. Sonst kann es passieren, dass die Plätze knapp werden.

Natürlich ist die Arbeitsatmosphäre hier eher akademisch bis rustikal und hat wenig Flair. Dafür spart man den Eintritt für den Kaffee. Heißes Wasser für den allgegenwärtigen Grüntee gibt es auch hier immer und unbegrenzt (gekühltes Wasser ist dagegen, trotz hochsommerlicher Temperaturen schon ab März, leider selten. Dafür gibt es ja Klimaanlagen.).

Meetings sind in den stillen Bibliotheken natürlich ein Problem. Dank des 4G-Hotspots in der Hosentasche war es für mich allerdings nie ein Problem. Eine gute Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten und kurz in einen der vielen Parks oder der Kreuzberg-like Cafés in der Nähe zu wechseln.

Straßenbild in Taiwan
Normal auf Straßen in Taiwan: Motorscooter und Lampions

Die Marketing-Szene in Taipei

Welche Möglichkeiten gibt es, neben Coworking Space und Coffee Shop, in Taipei Kollegen und mögliche Kunden kennenzulernen? Besonders, wenn man nicht des Chinesischen mächtig ist, bietet sich auch in Taiwan die Meeting-Plattform meetup.com an. Neben vielfältigen Freizeit-Angeboten wie Beach Cleanings, Craft Beer Meetups und Pilates Nights findet man dort auch nicht wenig beruflich relevante Angebote für Taipei und Umgebung.

Online Marketing

Du bist Online-Marketer? Das sind die richtigen Meetups für dich!

  • Die Taipei Marketing Talks ist das aktivste Marketing Meetup in Taipei. Monatlich treffen sich 20 bis 30 lokale und internationale Marketer, vom Entrepeneur bis zum Enterprise-Marketer, um sich über (Online) Marketing, Marketing-Strategien und Methoden auszutauschen. Ich hatte die Gelegenheit, auf zwei Meetups über Suchmaschinenoptimierung sprechen zu können und habe mich sehr über das große Interesse und die spannenden Diskussionsbeiträge der Teilnehmer gefreut.
  • Du hast dich auf Social Media spezialisiert? Dann besuch das Taipei Social Media Marketers Meetup. In unregelmäßigen Abständen trifft sich eine kleine, aber feine Gruppe von Social Media Marketers zum Austausch und netzwerken.
Taipei Marketing Talk
Teilnehmer des Taipei Marketing Meetings

Es gibt noch einige weitere Marketing Meetup-Gruppen, die aber leider keine eigenen Meetups organisieren.

Entrepreneurship

Neben reinen Marketinggruppen erfreuen sich besonders zwei für uns relevante Themen großer Beliebtheit: Entrepreneurship und Coding. Perfekt, um sein Netzwerk auszubauen oder einfach etwas Neues auszuprobieren.

Bist du Entrepreneur, willst einer werden oder dein Business richtet sich besonders an diese Zielgruppe? Dann schau auf diesen Meetups vorbei:

  • Access Silicon Valley Taipei veranstaltet mehrmals im Monat Meetups, um Startups den erträumten Zugang zum Silicon Valley zu verschaffen.
  • Taiwan Entrepreneur Club trifft sich monatlich und versteht sich als Netzwerk von Gründern, Accelerators und Kapitalgebern.
  • Launch Taiwan unterstützt Entrepreneure bei der Verwirklichung ihrer Geschäftsidee mit gemeinsamem Austausch und Beratung. Das Meetup trifft sich jeden Mittwoch.

Coding

Taipei 101 bei Nacht

Du suchst Entwickler oder willst deine eigenen Fähigkeiten erweitern? Dann sind diese Meetups für dich:

  • Bei Creative Coding Taipei geht es um experimentelles Programmieren und kreative Ergebnisse. Meetups finden mehrmals im Monat statt.
  • Code. Coffee. Conquer. beschreibt sich so: „Let’s meet at a coffee shop, grab coffee, write some code and conquer the world! In a positive way! :-)“ Mehr braucht man nicht zu sagen. Das Meetup ist sehr aktiv und trifft sich nahezu jede Woche.
  • Taipei Beginner Programmer veranstaltet wöchentliche Coding Challenges, um gemeinsam Programmieren zu lernen. „Anyone can become a Jedi of programming.“
  • Taipei Women in Tech ist eine Plattform und Netzwerk von Frauen für Frauen, die in der Tech-Industrie arbeiten. Mehrmals im Monat veranstalten sie Meetups zu Coding, Entrepreneurship und mehr. Sorry guys, girls only.

Dies war nur eine Auswahl der größten und aktivsten Meetups. Für Spezialthemen (z.B. Businessplan, Capital Pitching, Coding in Python oder Ruby on Rails) gibt es noch jede Menge weiterer Meetups. Also keine Sorge, langweilig wird euch in Taiwan sicher nicht.

Generell lässt sich über Online Marketing in Taiwan sagen, dass es in den meisten Unternehmen zumeist noch in den Kinderschuhen steckt. Die großen, internationalen Player geben hier den Ton an. Aber auch die junge Generation von Gründern bedient sich immer professioneller der Möglichkeiten und Tools, die ihnen das Internet bietet. Dagegen sind es gerade die mittelständischen Unternehmen in Taiwan, die die Digitalisierung bisher überwiegend verschlafen haben (kommt das jemandem bekannt vor?). Mehr Insights und Details über Online Marketing in Taiwan lest ihr hier in meinem letzten Artikel.

Gut zu wissen: Sprache, Kultur und Essen in Taiwan

Nachdem wir die wichtigen Dinge, wie Internet, Arbeitsplatz und (professionelle) Kontakte geklärt haben, abschließend noch ein paar Worte zu Kultur, Land und Leuten in Taiwan.

Sprache

Traditionelle chinesische Zeichen

Die Amtssprache in Taiwan ist Hochchinesisch (Hanchinesisch). Allerdings unterscheidet sich der Sprachgebrauch deutlich vom Chinesisch des großen Nachbarn China. Als erstes natürlich, dass in Taiwan die traditionellen Zeichen genutzt werden anstatt der Vereinfachung in China. Das bedeutet, dass Taiwaner in der Regel Schilder und Zeitungen in China lesen können, viele Chinesen aber arge Probleme haben, das gleiche in Taiwan zu schaffen.

Als würden die unterschiedlichen, komplizierteren Zeichen nicht schon reichen, verwendet man in Taiwan häufig komplett andere Bezeichnungen (und damit Zeichen) als in China für den gleichen Gegenstand. Ein Beispiel: Wenn der deutsche Nomade mit Heimweh seine geliebte heimatliche „Kartoffel“ bestellen will, bestellt er in Taiwan 馬鈴薯 (Mǎlíngshǔ), in China dagegen 土豆 (Tǔdòu). Bis dem Nomaden das gelungen ist, hat er das Heimweh wahrscheinlich schon mit einer lokalen Nudelsuppe heruntergespült.

Einfacher ist es dagegen mit Englisch. Damit kommt man in Taipei und den großen Städten recht gut über die Runden. Die junge Generation spricht immer genug Englisch, so dass man sich immer irgendwie verständlich machen kann. Dagegen muss man bei älteren Taiwanern dankbar für jedes englische Wort sein. Im Notfall bekommt man seine Nudelsuppe aber auch mit Zeigen und Pantomime bestellt, das klappt überall.

Leute

Dabei hilft es natürlich sehr, dass die Taiwaner in den allermeisten Fällen außerordentlich höflich und zuvorkommend sind. Der Service-Gedanke wird in Taiwan nicht nur historisch großgeschrieben, er gehört sogar zu den drei Grundprinzipien des taiwanischen Staates.

Das sollte man nicht als Schwäche missverstehen, die man in Geschäftsverhandlungen ausnutzen kann. Wenn es hart auf hart kommt, zieht auch der taiwanische Geschäftsmann Boxhandschuhe an, wenn es sein muss. Nur macht er das mit einem Lächeln.

Sich aufzuregen und laut zu werden nützt da gar nichts. Im Gegenteil. So „das Gesicht zu verlieren“ wird einem eher noch weitere Türen versperren und gilt nicht nur als überaus unhöflich, sondern auch unprofessionell.

Essen

Für dieses Thema reichen drei Absätze eigentlich nicht. Auch drei Bücher wären nicht genug. So wichtig ist Essen in der taiwanischen Kultur. Ein Besuch bei der Familie, Freunden oder Geschäftspartnern ist nicht vorstellbar, ohne dass darin Essen enthalten ist. Spätestens nach Abschluss der Geschäftsverhandlungen geht man gemeinsam Essen. Da gibt es dann normalerweise Whiskey. Hier gibt es klare Regeln: Der Ranghöchste schenkt ein und nach, und wenn einer (er) trinkt, trinken alle mit.

Das Essen selbst ist äußert divers und reich sowohl an einheimischen als auch eingemeindeten Stilen und Geschmäckern. An nicht wenige muss sich der unbedarfte Europäer erst einmal gewöhnen, da Geschmäcker in Taiwan häufig vielfältiger (süß mit sauer, salzig mit süß, scharf mit süß-sauer-salzig, …) sind.

Lokale Taiwanische Gerichte
Taiwaner mögen Vielfalt beim Essen

Typische Gerichte sind Nudeln und Nudelsuppen, Hot Pot oder Baoze (man denke an Germknödel, ohne Vanillesoße und Pflaumenmus, dafür mit Gemüse, Fleisch oder Rote-Bohnen-Paste). Häufig sind auch japanische, koreanische oder hongkongnesische Restaurants, ab und zu findet man auch indische, amerikanische und auch „deutsche“ Küche (es ist den Spaß wert, einmal auszuprobieren, wie man sich in Taiwan deutsches Essen vorstellt).

Bei den Getränken sollte man auf keinen Fall den berühmten taiwanischen Bubble Tee auslassen, der in seinem Heimatland extrem abwechslungsreich und vielseitig ist. Auch das lokale Bier kann sich sehen lassen. Neben dem allgegenwärtigen „Taiwan Beer“ ist hier auch die neu entstehende Craft Beer-Szene eine Erwähnung wert. Klein und sehr fein.

Bilanz: Abenteuer oder Albtraum

Bevor ich Bilanz ziehe, möchte ich mich hier noch einmal bei Peter und Alex, unseren Geschäftsführern bei VOTUM, und meinem Marketing-Team, Anjes, Nicole, Eva, Franzi und Roman, bedanken, dass sie sich auf dieses Experiment eingelassen haben. Wie wir in unserem Fall bestätigen können: Remote Working klappt und kann sogar eine Bereicherung sein, wenn man die richtigen Menschen im Team hat.

Remote Work in Taiwan

Und nun? Würde ich es wieder machen? Auf jeden Fall! Die Bedingungen und Infrastruktur für digitale Nomaden sind in Taiwan ideal. Taiwan ist zwar teurer als Vietnam, Indonesien oder die Philippinen, unterbietet Deutschland (und auch Berlin) in Sachen Lebenshaltungskosten dennoch deutlich.

Mich hat außerdem sehr gefreut, dass man in Taiwan nicht als ein Wesen zwischen Geldsack und magischem Einhorn behandelt wird, obwohl Taiwan doch relativ homogen ist. Weiße sind dort eher selten (der Studenten- und Businessdistrikt in Taipei mal ausgenommen). Dabei hilft natürlich die gute wirtschaftliche Situation. In Taiwan ist man demnach „nur“ der Touri, Austauschstudent oder Gastarbeiter. Man hat einen Exotenfaktor (wie umgekehrt Asiaten in Europa), aber das wars.

Kulturell und landschaftlich hat das kleine Land Taiwan unglaublich viel zu bieten. So kommt auch die persönliche Weiterentwicklung nicht zu kurz. Wird es einem doch einmal zu eng, bietet sich Taiwan als ideales Sprungbrett nach Japan, China, die Philippinen, Vietnam und in weitere Länder an.

Also, redet mit eurem Chef, haltet ihm vielleicht diesen Artikel unter die Nase und dann los!

Wir sehen uns in Tapei. 下次見!


Auf der Suche nach einem Arbeitgeber, der mehr kann als Nine to Five?

 
 


 
 

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24. August 2017

Über den Autor

Eico Schweins sorgt bei VOTUM für SEO Onpage-Optimierung und perfekte Website-Technik. Wrestelt er nicht mit Pandas, schmiedet er Content Marketing-Kampagnen und stellt sicher, dass jeder Website-Klick richtig getrackt wird. Für den Fokus E-Commerce schreibt er über Wege zur optimal Website, innovative Branchen-Entwicklungen und das Leben als wilder Online Marketeer.
Alle Artikel des Autors

  • Eico Schweins
  • Senior Online Marketing Manager
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